Ortsbücherei

 

Bärbel Kuttig (links) und Regina Roloff (rechts)

Herzlich willkommen in der Ortsbücherei Wallensen.

Wir sind jeden Montag von 16.30 bis 18.30 Uhr im „Haus an der Stadtmauer“ im Mühlenwall 18 in Wallensen für Sie persönlich da.

Unser Bücherangebot umfasst sowohl Erwachsenen- als auch Kinderliteratur. Krimis, Biographien, Historische Romane, Unterhaltung – für jede/n ist bestimmt etwas zum Lesen dabei.

Durch ständige Neuanschaffungen, überwiegend im Taschenbuchformat, versuchen wir den aktuellen Lesetrend zu erfüllen. Hierbei tauschen wir uns selbstverständlich mit unseren Lesern aus und veranstalten auch einmal im Jahr eine eindrucksvolle Büchervorstellung durch eine Mitarbeiterin der Matthias-Buchhandlung aus Hameln.

Da das Lesen unser großes Hobby ist, können wir gern einige interessante Tipps weitergeben.

Wir laden Sie ein, einmal in die Ortsbücherei hineinzukommen und nach Herzenslust in unserer großen Bücherauswahl herumzustöbern.

Aber auch zu unseren Veranstaltungen wie o.g. Büchervorstellung oder Lesungen heimischer Autoren laden wir Sie herzlich ein. Termine werden auf dieser Seite und in der Presse bekanntgegeben.

Bärbel Kuttig und Regina Roloff


 

 

Buchempfehlung Mai 2018

Buchempfehlung des Monats Mai 2018

„Schlüssel 17“ von Marc Raabe

Der erste Fall für Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns. Sommer 1998, eine Clique Jugendlicher findet in einem Kanal einen Toten und einen Schlüssel mit der eingravierten Zahl 17. Herbst 2017, der inzwischen Erwachsene Tom Babylon arbeitet bei der Berliner Kriminalpolizei und wird zu einem Leichenfundort gerufen. Im Berliner Dom hängt, bizarr zur Schau gestellt, eine bekannte Pastorin mit einem Schlüssel um den Hals. Tom Babylon erkennt den Schlüssel sofort und will den Fall um jeden Preis übernehmen. Belastet durch private Probleme und immer noch traumatisiert durch das Verschwinden seiner jüngeren Schwester vor 20 Jahren, ist Tom trotzdem in der Ermittlergruppe dabei. Ebenso in die Ermittlungen eingeschaltet wird die Psychologin Sita Johanns, die Tom im Auge behalten soll. Die Zusammenarbeit ist anfangs nicht leicht und Tom versucht lieber eigene Wege zu gehen. Neben der eigentlichen Handlung gibt Marc Raabe auch gesellschaftlichen Problemen Raum. So ist die Presse teilweise schneller aussagefähig als die Polizei und auch der Mörder scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Die Vergangenheit zu Zeiten der DDR ist ebenfalls noch nicht zur Ruhe gekommen. Der Schreibstil ist bis zum Ende spannend. Die einzelnen Rückblicke in die Vergangenheit, die in kursiver Schrift gedruckt sind, helfen das Geschehen von heute zu verstehen. Zwar bleiben am Ende des Buches ein paar Fragen offen, aber es handelt sich ja hierbei auch um den Auftakt der Laufbahn des Ermittlerduos Tom Babylon und Sita Johanns.

Marc Raabe wurde 1968 in Köln geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen und begann zusammen mit einem Freund Super-8-Fime zu drehen. Nach dem Abitur gründeten die Freunde eine Filmproduktionsfirma. Nach einem abgebrochenen Germanistikstudium arbeitet Marc Raabe heute als Filmproduzent und Schriftsteller. Er lebt mit Ehefrau, zwei Kindern und Hund in Köln.


 

Buchempfehlung März 2018

Buchempfehlung des Monats April 2018

„Nur einen Horizont entfernt“ von Lori Nelson Spielman

Die Protagonistin Hannah Farr ist eine erfolgreiche TV-Moderatorin mit eigener Sendung. Sie hat einen Freund und wünscht sich Kinder.
Eines Tages erhält sie ein Entschuldigungsschreiben von einer ehemaligen Klassenkameradin, von der Hannah Jahre lang gemobbt wurde. Dem Brief sind zwei Kieselsteine beigefügt. Wenn Hannah die Entschuldigung annimmt, soll sie einen Stein zurückschicken. Den zweiten Stein soll sie an jemanden schicken, den sie um Verzeihung bittet. Hannah denkt sofort an ihre Mutter, aber sie fürchtet sich vor der Auseinandersetzung. Denn Hannah hat etwas getan, was das Leben ihrer Mutter für immer verändert hat. Wir gehen nun mit Hannah durch Höhen und Tiefen ihres Lebens auf ihrer Selbstfindungsreise und erleben eine positive Entwicklung ihres Charakters.
Der Schreibstil lässt sich leicht lesen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive von Hannah. Die Geschichte wird durch viele Dialoge aufgelockert und die Autorin schreibt flüssig, bildlich und emotional.
Die berührende und unterhaltsame Geschichte zum Thema „Vergebung“ regt zum Nachdenken an. Es wird deutlich wie wichtig es ist, sich zu entschuldigen und selbst verzeihen zu können. Jeder kann sich für Fehler entschuldigen und im Gegenzug anderen vergeben.

Lori Nelson Spielman ist in Amerika geboren. Sie gehört zu den erfolgreichsten Romanautorinnen weltweit. Nach abgeschlossenem Masterstudium hat sie zuerst als Logopädin und Vertrauenslehrerin gearbeitet. Heute ist sie als Hauslehrerin beschäftigt und lebt mit ihrem Mann in Michigan.


 

Buchempfehlung März 2018

Buchempfehlung des Monats März 2018

„Serenade für Nadja“ von Zülfü Livaneli

Februar 2001. Die Literaturwissenschaftlerin Maya wartet am Flughafen Istanbul auf den Gast, den sie im Auftrag der Universität betreuen soll. Es handelt sich um Maximilian Wagner, der einige Jahre in Istanbul lebte und arbeitete. Er gehörte zu einer Gruppe Akademiker, die hierher ins Exil gegangen waren um den Nazi-Verfolgungen zu entgehen.
Von Anfang an spürt Maya eine geheimnisvolle Melancholie bei dem 87-jährigen deutschstämmigen Professor Wagner, der sich unter keinen Umständen von seinem mitgebrachten Geigenkasten trennen möchte. Ehe Wagner, nach seinem Vortrag an der Universität, zurückfliegt äußert er den Wunsch, zu einem bestimmten Badeort ans Schwarze Meer gebracht zu werden. Maya begleitet ihn.
Mit Ich-Erzählerin Maya erfahren wir nun nicht nur Wagners tragische Liebesgeschichte mit Nadja, sondern auch von historischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die offiziell vertuscht werden.
Der Handlung liegt eine historische Begebenheit zugrunde: Der Untergang des Schiffes „Struma“ im Jahr 1942, bei dem 762 jüdische Flüchtlinge und die Besatzung ertranken.
Wir erfahren viel über weit zurückliegende politische Ereignisse in der Türkei und internationaler Verflechtungen. Gleichzeitig erleben wir die Alltagsprobleme einer modernen Türkin als alleinerziehende Mutter eines computersüchtigen Sohnes, berufstätig und ständig in Auseinandersetzung mit ihrem Exmann und ihrem Bruder.

Zülfü Livaneli wurde 1946 in der Türkei geboren. In den 70er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Zülfü Livaneli ist einer der bekanntesten Künstler der Türkei, der mit seinen Liedern und Kinofilmen international große Erfolge feierte. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich für die türkisch-griechische Aussöhnung ein.


Buchempfehlung März 2018

Musikalische Lesung "Walaburgon - Die Saga einer kleinen Stadt"

Trotz widriger Witterungsverhältnisse konnte Regina Roloff von der Ortsbücherei Wallensen zahlreiche Besucher - auch von weit außerhalb - im Haus an der Stadtmauer begrüßen. Nach einem einladenden Empfang mit Kaffee und Kuchen wurden die Ohren verwöhnt. Unterstützt von außergewöhnlichen musikalischen Kompositionen erweckten die Autorin Tanja Flügel und ihre Tochter Salia eine weit zurückliegende Epoche zum Leben, die doch noch immer Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Sie nahmen die Zuhörer mit in eine Zeit vor über 700 Jahren, in der die erste Wallenser Glocke gegossen wurde. Schon jahrhundertelang ist ihr Klang für Generationen von Menschen die unverwechselbare Stimme des Ortes.
Die Besucher lauschten gespannt den Gedanken des Homburger Grafen, der die Geschicke des Saaletals von der Lauensteiner Burg aus lenkte, ließen sich von den damals immer noch lebendigen magischen Riten des „alten Glaubens“ verzaubern und erlebten zusammen mit dem jungen Mönch Johannes, welche Macht im Mittelalter vom Hildesheimer Bischof ausging. Es ist das Wunder im Alltäglichen der damaligen Zeit, das die Autorin fasziniert und welches sie ihren Lesern in poetischer Sprache nahebringt. So war die Lesung eine gelungene Zeitreise im stilechten Fachwerkambiente des Hauses an der Stadtmauer.

Den Roman "Walaburgon - Die Saga einer kleinen Stadt" gibt es ab sofort auch bei uns in der Ortsbücherei.

Wer die Lesung nicht erleben konnte, hat am 9. November 2018 Gelegenheit das nachzuholen. Dann sind die Autorin und ihre Tochter auf Einladung des Museumsvereins Coppenbrügge in mindestens ebenso authentische Atmosphäre auf der Burg Coppenbrügge zu Gast.


 

Ortskern von Wallensen