Wallensen-Thüste-Ockensen  
Seeenwanderung
in einer malerischen Landschaft am Ith bei Wallensen/ Duingen liegt ein rund 300 Hektar großes Naturparadies: Die vier Wallenser Seen, deren waldreiche Umgebung im Herbst in allen Farben erglüht. Dabei ist dieses Schmuckstück für Wanderer und Ausflügler aus einer Wüstenei geboren. Denn bis 1966 wurde hier im Tagebau Braunkohle gefördert. Kaum vorstellbar, dass in diesem herrlichen Erholungsgebiet vor gut 30 Jahren noch die Öde einer Mondlandschaft herrschte. 30 Meter tief hatte sich der Braunkohletagebau in die Erde gegraben. Auf Terrassen fuhren Kleinbahnen mit Loren die gewonnene Kohle nach Thüste zur Brikettherstellung. Als 1966 die Förderung mangels Qualität der Kohle eingestellt wurde, blieb eine Wüste zurück. Doch die Gewerkschaft Humboldt war zur Rekultivierung verpflichtet. Mit Roterlen als Pionierpflanzen begann die Aufforstung. Schwere Raupenfahrzeuge schufen eine Hügellandschaft mit vier Seen, um die herum mit der Zeit ein Mischwald wuchs. Schwelbrände in der Restkohle erschwerten immer wieder die Aufforstung. Von den vier Seen, die heute Mittelpunkt des langsam gewachsenen Naturparadieses sind, ist der Bruchsee mit zehn Hektar Wasserfläche der größte. An einem kleinen Kiosk kann man an sonnigen Wochenenden Tretboote mieten. Am zweitgrößten Gewässer, dem Humboldtsee, gibt es Campingmöglichkeiten und eine rustikale, gemütliche Gaststätte. Sie ist im Herbst und Winter freitags bis sonntags von 11 bis 23 Uhr, ab April täglich ab 8 Uhr geöffnet. Der Weinbergersee und der Entensee sind etwas kleiner und ein Refugium für viele Vogelarten. Über dem Weinbergersee steht noch eine mächtige Steilwand mit einer Aussichtskanzel. Weit geht von hier der Blick hinüber zum Ith und zu den kleinen Dörfern im Vorland. Am Fuße des Hils entspringt die Saale, die umgeleitet wurde, damit sie die Wallenser/ Duinger Seen durchfließt. Aus Ausgangspunkt Ihrer Wanderung bietet sich der Parkplatz "Humboldtsee" an der Landesstraße zwischen Wallensen und Fölziehausen an. An der B240 von Elze Richtung Eschershausen findet der Autofahrer gleich rechts hinter Weenzen einen Parkplatz, von dem aus auch ein geologischer Wanderweg beginnt. Auf Schautafeln wird die höchst interessante Geologie dieser Region mit ihrem Kohleflöz dargestellt wird. Im nahen Töpferort Duingen lohnt sich ein Besuch des kleinen Museums, geöffnet mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr. Und wer auch in der kalten Jahreszeit einen Ausflug mit Badefreuden verbinden will, für den ist es nicht weit bis zur Ith-Sole-Therme in Salzhemmendorf, dem täglich geöffneten Solekurbad.