Wallensen-Thüste-Ockensen  
Mühlenwalls freigegeben - Historische Kostüme erinnern an die einstigen Stadtrechte sk WALLENSEN. In Verbindung mit der offiziellen Übergabe des neu gestalteten Mühlenwalls durch den Fleckenbürgermeister Jobst von Wendorff feierten die Wallenser ihr zweites Dorfgemeinschaftsfest. In Anwesenheit vieler Bürger, des Ortsrates, von Vertretern des Fleckenrates und von Gemeindedirektor Buchmann durchschnitt der Bürgermeister nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Ortes, der schon 1351 eine städtische Verfassung besaß, und die Entstehungsgeschichte des Mühlenwalls das Band und gab die Straße für die verkehrsberuhigte Nutzung frei. Zur Straße der Begegnung hatten die Vereine und Verbände des schon vor 915 Jahren als Wallenhusen erwähnten Ortes Wallensen gestaltet. Auf beiden Seiten der Straße wechselten sich in bunter Folge Verkaufsstände und Ruheinseln, ausgestattet mit Sitzgelegenheiten, ab, luden zum Ausruhen und einem Gespräch mit dem Tischnachbarn ein. Die Feuerwehr lockte mit einem Bierstand durstige Festgäste. „Die lustigen Weiber", ein Damenkegelklub, bot Käse und Wein an. Das DRK bewirtete die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Dort konnte man auch eine Ausstellung von alten Bildern aus Wallensen bewundern. Die Fotoschau hatte die evangelische Gemeinde gestaltet. Ein Schwein am Spieß, das gut zwei Zentner wog, und der Bratenduft, der sich verlockend über den Mühlenwall legte, ließ sicher vielen Gästen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Musikalische Unterhaltung boten der Feuerwehrmusikzug Wallensen und das Hemmendorfer Bläsercorps. Den Jungen und Mädchen brachten Kinderbelustigtungen, vom Kinderspielkreis organisiert, viel Spaß und Unterhaltung. Stimmung unter den Zuschauern brachte der Auftritt der Garde des Hamelner Karnevalvereins, die auch der Drehorgelmann mit seinem selten gewordenen Instrument verbreitete. Natürlich durfte auch der Flohmarkt der Kinder nicht fehlen. Hier boten die jugendlichen „Krämer" alles an, was für sie uninteressant an Lesestoff und Spielsachen geworden war. Gegen 15.00 Uhr eröffnete Karl-Heinz Grießner, flankiert von Bürgern in historischen Kostümen, das Dorfgemeinschaftsfest, das hunderte von Einwohnern angelockt hatte, an die Stadtmauer, an Wall und Graben sowie drei Tore, die die Stadt in unruhigen Zeiten schützen sollten. Vom Braunkohlenabbau gaben die Knappen in ihren Bergmannsuniformen Zeugnis. Vor 150 Jahren begann dieser hier und gab vielen Wallenser Bürgern Arbeit und Brot. In launiger Weise wandte sich Ortsbürgermeister Horst Stüben an die Gäste und dankte allen Einwohnern für ihren Einsatz, der wesentlich zum Gelingen des Festes beitrug. In humoriger Art stellte Frau Vogt die einzelnen Kostüme vor. Sie berichtete auch, das alle Bekleidungsstücke aus altem Familienbesitz stammten und von Angehörigen der Familien der heutigen Generation vorgeführt wurden. Mit dem Bergmannslied beendeten Heinz Behrens mit seinem Feuerwehrmusikzug den Eröffnungsakt, und bald glich der Mühlenwall einem bunten Ameisenhaufen, auf dem jeder sein Vergnügen suchte.. Beispiele für kulturelle Beiträge waren Lieder des Frauenchores, der Sonnenkäfertanz der Kleinen und Vorführungen der Garde des Karnevalvereines. Wer sich lieber Eß- und Trinkbarem zuwenden wollte, hatte dazu reichlich Gelegenheit an zahlreichen Ständen. Mit lauer Luft zeigte sich auch Petrus einsichtsvoll und ließ das Dorfgemeinschaftsfest zu einer gelungenen Veranstaltung werden. Salzhemmendorf Aktuell vom 15.09.1983