Wallensen-Thüste-Ockensen  
2010 Wechselstube im Dorf: Stadttaler war Zahlungsmittel Ein kleiner Ort lebt seine Geschichte / Krug als besonderes Souvenir erinnert auch an alte Braurechte Wallensen (gök). „Für einen Stadttaler bitte eine Tüte Süßes": Für den Verein Sandkiste verkaufte Jessica Sommerey Süßigkeiten - und wenn in Wallensen mit Stadttaler oder Groschen bezahlt wird, wissen alle, dass wieder das Stadtfest ansteht. In den Tagen vor dem Fest konnten die Bewohner bereits Geld in den örtlichen Geschäften eintauschen. Während des Festes stand eine Wechselstube zur Verfügung. Ob Wallensen wirklich mal eine eigene Währung hatte, ist nicht bekannt. Aber Geschichte hat der Ort wirklich genug, und den vielen Besuchern - es waren einige Hundert - wurde sie nähergebracht. 1022 ist der Ort das erste Mal in einer Urkunde erwähnt worden. Im Laufe der Jahre wurde Wallensen, damals unter anderem noch Wallenhusen genannt, immer bedeutender. 1295 kam Wallensen schließlich in den Besitz der Homburger und erhielt 1351 durch Siegfried von Homburg die Stadtrechte verliehen. Zu den städtischen Rechten gehören unter anderem Markt-, Gerichts-, Brau- und Zollgerechtsame, die sogenannten Wallenser Privilegien. Wallensen besaß bereits 1400 eine Befestigung mit Mauer und Turm. Die alte Stadtmauer ist noch heute im Bereich der Kirche zu sehen. Dort entwickelt sich heute das Haus an der Stadtmauer, betrieben durch den Heimatverein Dorfkultour, zum kulturellen Zentrum von Wallensen, Thüste und Ockensen. Das Braurecht wurde noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Wallensen ausgeübt und Wallenser Bier vertrieben. Ein besonderes Souvenir war in diesem Jahr der Stadtkrug. Während des zwei Tage dauernden Festes wurde ausschließlich mit der eigenen Währung bezahlt. Die Einnahmen gehen an die Vereine und werden für gemeinsame Anschaffungen, wie in diesem Fall ein neues Festzelt, verwendet. Der Arbeitskreis, der für die Organisation verantwortlich zeichnet, bot auch in diesem Jahr wieder verschiedene Attraktionen wie einen Soccerkäfig, in dem bis in den Abend hinein gegen den Ball getreten wurde. Bestaunt werden konnten historische Rettungsfahrzeuge. Beim großen Zapfenstreich marschierten neben den Musikern die Schützen und Feuerwehrkameraden durch die Stadt. Danach sorgten Live-Musiker dann für gute Stimmung bis in die Nacht hinein. Mit Katervesper und Freiluftgottesdienst endeten gestern die festlichen Tage und der Euro wird heute wieder die Geschäfte des Ortes erobern. Dewezet vom 23.08.2010